{"id":1479,"date":"2016-07-14T14:52:34","date_gmt":"2016-07-14T12:52:34","guid":{"rendered":"http:\/\/kathrinbode.de\/art\/?page_id=1479"},"modified":"2019-05-11T13:27:46","modified_gmt":"2019-05-11T11:27:46","slug":"der-kater-der-vom-himmel-fiel-kurzgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kathrinbode.de\/art\/kreatives\/der-kater-der-vom-himmel-fiel-kurzgeschichte\/","title":{"rendered":"Der Kater, der vom Himmel fiel (Kurzgeschichte)"},"content":{"rendered":"<p>Der Kater, der vom Himmel fiel<\/p>\n<p>Angefangen hatte es Ostern vor einem Jahr. Meine Mutter und ich waren im Garten, als wir hinter unserer Hecke ein ganz kl\u00e4gliches Miauen h\u00f6rten.<br \/>\nDas Miauen geh\u00f6rte zu der Katze unseres Nachbarn. Er hatte zwei Katzen. Die eine war eine sehr Menschenbezogene Katze. Die andere war eine Wildkatze. Sie war inzwischen 14 Jahre alt und in all diesen Jahren hatten wir sie nur ein paar mal gesehen. Und bei diesen Begegnungen fauchte sie. Passend war daher ihr Name. Raufi.<\/p>\n<p>Es war also Raufi, die hinter unserer Hecke sa\u00df und miaute. Als sie dann nach einigem Rufen zu uns in den Garten kam erkannten wir sie kaum wieder. Sie war abgemagert bis auf die Knochen.<br \/>\nUnter Miauen und dann auch Fauchen gaben wir ihr etwas zu fressen. Und noch etwas.<br \/>\nDamit war f\u00fcr sie die Sache klar (und f\u00fcr uns auch): sie kam regelm\u00e4\u00dfig, bis zu drei mal am Tag um sich was zu fressen abzuholen. Im Sommer lag sie manchmal schon morgens um 6 Uhr vor unserer Terrasse und wartete. Oder sie schlief Nachmittags bei uns im Garten.<br \/>\nMit der Zeit lie\u00df sie sich anfassen und wie \u00fcberrascht waren wir, als wir merkten, dass sie sogar schnurren konnte.<br \/>\nAus dieser eher zuf\u00e4lligen Osterbegegnung wurde richtige Freundschaft. Sie freute sich, wenn sie uns sah und kam angesprungen. Wir freuten uns, wenn wir sie bei uns im Garten entdeckten.<br \/>\nDementsprechend traurig waren wir, als wir sie Anfang Oktober 2003 tot unter ihrer Lieblingstanne im Garten fanden. Das war an einem Samstag Vormittag. Wir konnten es gar nicht glauben. Nun w\u00fcrde keiner mehr den Gartenweg entlang gesprungen kommen. Keine Katze w\u00fcrde sich \u00fcber die \u00fcbrig gebliebene Sahne freuen. Sie w\u00fcrde nicht mehr morgens vor der Terrasse liegen. Es fehlte etwas. Jemand. Eine Katze. Unsere Freundin.<\/p>\n<p>Raufi schien das dort oben im Katzenhimmel \u00e4hnlich zu empfinden.<\/p>\n<p>Eine Woche sp\u00e4ter, auch ein Samstag Vormittag. Meine Mutter und ich wollten in die Stadt fahren und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Weit waren wir gar nicht gekommen. Grade mal bis um die n\u00e4chste Ecke. Da sa\u00df er. Ein Kater.<\/p>\n<p>Vier Tage zuvor hatte ich ihn das erste mal gesehen, doch er lief weg. Drehte sich aber immer wieder zu mir um. Gewundert hatte ich mich schon, denn eigentlich kenne ich alle Katzen hier in der Gegend. Ihn aber nicht. Gewundert hatte ich mich, aber nicht all zu sehr.<\/p>\n<p>Und da sa\u00df er nun, mitten auf dem Fu\u00dfweg und putzte sich. Ich meinte noch zu meiner Mutter, als wir auf ihn zugingen, dass er eh gleich weglaufen w\u00fcrde. Aber von wegen. Ich sagte nur \u201eHallo Kater\u201c und er schaute mich an und stellte sich an mein Bein. Meine Mutter lachte und ging weiter. Da ging er zu ihr. Ich wollte weitergehen. Er kam wieder zu mir. Dieses Spiel ging noch einige Zeit weiter. Bis wir merkten, dass wir so garantiert nie beim Bahnhof ankommen w\u00fcrden. Also drehten wir um. Der Kater lief weiterhin mit uns mit. Manchmal blieb er ein paar Schritte hinter uns, nur um dann urpl\u00f6tzlich ganz schnell an und vorbeizulaufen. Aber aus den Augen lie\u00df er uns nicht.<br \/>\nSo kamen wir in unserem Garten an. Der Kater bekam etwas zu fressen und wir konnten endlich in die Stadt.<br \/>\nAls wir zur\u00fcck kamen war er immer noch da.<\/p>\n<p>Auch am n\u00e4chsten Morgen war er noch da. Als er mich sah kam er miauend unter der Tanne hervor, unter der er die Nacht verbracht hatte und verlangte ein Fr\u00fchst\u00fcck. Den ganzen Sonntag blieb er in unserer N\u00e4he, erkundete die Gegend, jeden Baum, jeden Nachbarn mit einer Freude, die an Wiedersehensfreude grenzte.<\/p>\n<p>Da es Nachts nun wirklich nicht mehr warm war \u00fcberlie\u00dfen wir ihm einen Kellerraum. Er sprang sofort durch das offene Fenster und legte sich auf die Decke und schlief ein.<\/p>\n<p>Niemand schien ihn zu vermissen. S\u00e4mtliche Erkundigungen blieben erfolglos. So nahmen wir die Sache in die Hand. Lie\u00dfen in impfen, kastrieren. Nachts schlief er im Keller, morgens sprang er wieder aus dem Fenster raus und durchstreifte sein Revier. Allerdings nicht ohne zwischendurch regelm\u00e4\u00dfig vorbeizuschauen.<\/p>\n<p>Und so ist das auch heute noch. Man kann die Uhr nach Felix (so hei\u00dft er nun) stellen. Und er macht uns so viel Freude. Wir freuen uns, wenn er den Gartenweg entlang gesprungen kommt. Wenn er seine Sahne frisst. Kuscheln kommt. Miauend auf der Terrasse steht. Und Abends wie ein kleines Katzenbaby in sein K\u00f6rbchen f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Schade, dass Felix nicht erz\u00e4hlen kann, woher er kommt. Denn es ist schon etwas \u2013 wunderlich. Fast auf die Stunde genau eine Woche nachdem wir unsere Raufi begraben hatten taucht dieser kleine Fratz auf und weicht uns nicht mehr von der Seite.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kater, der vom Himmel fiel Angefangen hatte es Ostern vor einem Jahr. 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